Gleich bei der Ämterübergabe Anfang dieses Jahres habe ich meinen Tablerfreunden die Idee mitgeteilt, das kommende Jahr ganz in das Zeichen der Ente zu stellen. Ich hatte mir vorgenommen, neben den traditionellen Serviceprojekten, wie die Bewirtung bei den Raritäten der Klaviermusik als auch dem Punsch- und Losverkauf auf dem Weihnachtsmarkt, eine weitere Serviceaktion aus der Taufe zu heben.
Nach kurzen Erklärungen meinerseits, was es mit einem Entenrennen auf sich hat, verschwanden die fragenden Blicke und schwenkten um in „Was anderen Orts klappt, sollte in Husum kein Problem sein“.
Somit gingen wir gemeinsam das Projekt Entenrennen an.
Geplant war, das Entenrennen im Rahmen der Husumer Hafentage, welche durch die hohe Besucherfrequenz einen perfekten Rahmen dafür boten, durchzuführen.
Allerdings galt es, einige Klippen zu umwinden. Eigentlich werden Entenrennen auf sog. Fließgewässern durchgeführt. Das einzige Fließgewässer in Husum ist die Husumer Mühlenau, welche allerdings auf Grund der schlechten Erreichbarkeit von Zuschauern von vornherein ausschied.
Somit haben sich unsere Planungen auf den Hafen bezogen. Eine Abstimmung mit der Hafen Event GmbH, welche für die Organisation der Hafentage zuständig ist, war von vornherein von Nöten. Da ohnehin in diesem Jahr der maritime Charakter der Hafentage wieder in den Vordergrund gerückt werden sollte, liefen wir mit unserer Idee offene Türen ein.
Die weiteren Genehmigungen des Ordnungsamtes, des Hafenamtes, des Amtes für ländliche Räume, etc. waren letztendlich Formsache.
Um die Enten zu kanalisieren, war das Auslegen von Ölsperren erforderlich. Die Freiwillige Feuerwehr Husum war sofort Feuer und Flamme und sagte uns sämtliches technische Equipment als auch Manpower für dieses Projekt zu.
Darüber hinaus bewiesen viele Tabler handwerkliches Geschick beim Bau der Zieleinrichtung - sog. Entenfalle - die sicherstellt, dass tatsächlich eine Ente nach der anderen die Ziellinie durchqueren kann.
Hinsichtlich der praktischen Umsetzung mussten wir leider den Tidenhub (für alle Landratten: Ebbe und Flut) außer Acht lassen, da während der Hafentage das Wasser im Hafen künstlich aufgestaut wird. Somit konnten wir nur noch auf eine durch den Wind verursachte Oberflächenströmung hoffen. Eine vage Angelegenheit. Mit ansprechenden Sponsorenflyern bewaffnet, haben wir die Husumer Geschäftswelt um Unterstützung gebeten. Insgesamt konnten wir Sachpreise und Gutscheine im Werte von rd. 6.400,-- € ausloben. Darüber hinaus wurden weitere Geldspenden akquiriert. Der Vorverkauf der Teilnahmescheine lief derart gut, so dass die anvisierten 2000 Stück auf insgesamt 2880 Stück erhöht wurden. Trotzdem mussten wir für die letzten 3 Tage der Hafentage vor dem Entenrennen bereits „Ausverkauf“ melden.
Das Entenrennen selbst fand bei tollem Wetter und den richtigen Windverhältnissen unter den Augen von mehreren tausend Zuschauern statt. Auch hatten wir einen Oldtabler in Form eines Notars mit an Bord. Der gesamte Erlös in Höhe von 11.111,-- € ging an den Förderverein Stationäres Hospiz Nordfriesland e. V., welche sich zum Ziel gesetzt haben, den Aufbau einer stationären Einrichtung in unserer Region zu fördern und zu unterstützen.
Dieses Projekt hat nicht nur die größte Summe erzielt, die der Round Table jemals bei einer Veranstaltung erwirtschaftet hat, sondern darüber hinaus ist der Bekanntheitsgrad vom Round Table durch eine hervorragende pressemäßige Berichterstattung (mindestens 20 teils umfangreiche Artikel) erheblich gestiegen. Bleibt zu hoffen, dass ein derartiges Entenrennen organisiert vom Round Table möglicherweise sich auf Dauer in Husum etabliert.
Frank Feddersen
-Präsident vom Round Table 121 Husum-
