Round Table 121 - Husum

H.O.P.E. - NSP 2004 / 05

Das Projekt HOPE wurde auf dem AGM 2004 (10.06.- 13.06.04 in Hamburg) zum nationalen Service-Projekt 2004 von Round Table Deutschland gewählt!

Round Table Deutschland unterstützt Jahr für Jahr mit allen deutschen Tischen ein Nationales Service Projekt, welches von der jährlichen nationalen Delegierten Versammlung auf dem AGM als besonders förderungswürdig erachtet wird. Die Bewerbung von RT 187 Bamberg wurde mit überwältigender Mehrheit angenommen.

H.O.P.E. heisst Hoffnung – doch hinter diesen vier Buchstaben verbirgt sich auch ein Kinderaidsprojekt in Kapstadt. Dort in Südafrika ringt seit fünf Jahren ein Team von Ärzten, Seelsorgern und Pädagogen um ein menschenwürdiges Leben für Kinder, die mit HIV infiziert sind.

In Südafrika stirbt alle 90 Minuten ein Mensch an AIDS. Weltweit sind mehr als 40 Millionen Menschen mit dem HIV Virus infiziert oder an AIDS erkrankt. Darunter sind immer mehr Kinder. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass in zwei Jahren rund 3 Millionen Kinder in Südafrika HIV positiv sein werden. Doch Aids wird in Afrika tabuisiert. Doch weniger die Ausgrenzung ist das Schlimme dort, vielmehr die Unwissenheit der Menschen. Denn Aids wird in den ländlichen Gegenden und in den Slums noch immer als Strafe Gottes begriffen. Viele wissen nicht wie sich die Krankheit überträgt.

Das Projekt H.O.P.E. setzt genau dort an. Es bietet Hilfe, sowohl für erkrankte Kinder als auch für deren Familien und bemüht sich um Integration. Ein sechsköpfiges Team aus Ärzten, darunter die Bambergerin Susanne Reuther, Seelsorgern, HIV-Aktivisten, sowie einer Projekt-Koordinatorin sind das Herz von H.O.P.E.. Das Tygerberg Kinderhospital, hat eine Kinderstation für das Projekt H.O.P.E. zur Verfügung gestellt. Die Station ITHEMBA, was in der Landessprache Xhosa für Hoffnung steht, nimmt HIV positive Kinder und deren Mütter auf und bietet Ihnen Möglichkeiten zur Rehabilitation, Pflege und Information. Doch das Team von H.O.P.E. geht noch weiter. Gemeindearbeiter gehen in die Townships und leisten dort Aufklärungsarbeit, so dass die Kinder in Ihrer Gemeinde weiter betreut und die Familien unterstützt werden. Nach Möglichkeit werden die Kinder mit der sogenannten Trible Therapie behandelt. Um sie zu finanzieren, vergibt H.O.P.E. Patenschaften.
Für nur 700 € im Jahr kann ein Kind ein normales Leben führen. Bisher wird diese Therapie in Afrika kaum angewendet. Sie ist zum einen zu teuer und würde zum anderen ein Eingeständnis an die Existenz der Krankheit bedeuten.
Ein Meilenstein in der Geschichte der HIV-Bekämpfung in Afrika könnte allerdings das große Aids-Konzert im November gewesen sein. Dort gab der frühere Staatspräsident Nelson Mandela, ein Statement zum Thema Aids ab: „Aids kostet uns mehr Leben als alle Trockenperioden, Überschwemmungen, Kriege, Malaria und andere Krankheiten zusammen“.

Fakten

weltweit sind mehr als 42 Millionen Menschen mit dem HIV Virus infiziert oder an AIDS erkrankt
32 Millionen davon leben in Afrika. Mehr als 4 Millionen davon sind Kinder
den grössten Anteil der HIV positiven Menschen in Afrika stellen die Sub-Sahara Laender
bis heute hat AIDS ca. 22 Millionen Todesopfer gefordert. 17 Millionen davon in Afrika, sie hinterlassen unzählige Waisen. In Simbabwe wird bald jedes zweite Kind ohne Eltern sein
in Südafrika stirbt alle 90 Minuten ein Mensch an AIDS
geschätzte 5,4 Millionen Südafrikaner sind HIV+ (jeder 8.!). In der produktiven Altersgruppe zwischen 15 und 45 Jahren ist bereits jeder 4.!!! Infiziert.
ein 15-jähriger Südafrikaner hat eine 65%ige Chance sich mit dem Virus zu infizieren
in Südafrika stecken sich jeden Tag 1.700 Menschen neu mit dem Virus an. Dies ist die höchste Ansteckungsrate weltweit.
120 000 Kinder sind registriert infiziert, jährlich kommen mindestens 75.000 Kinder dazu. Bis zum Jahre 2005 werden ca. 3 Millionen Kinder in Südafrika HIV+ sein.
in Südafrikas Provinz Kwazulu-Natal sind 32% aller schwangeren Frauen HIV+.

Wie so oft sind die Ärmsten der Betroffenen die Kinder. Sei es, dass sie ohne jegliche Chance auf Leben bereits mit dem Virus geboren werden, sich zu einem späteren Zeitpunkt infizieren oder als Waisenkinder recht- und fuersorgelos auf der Strasse landen.

In den Krankenhäusern von Südafrika stellen die oben beschriebenen Zahlen ein alltägliches Problem dar. Hier belegen HIV+ Kinder von Tag zu Tag mehr Krankenbetten und bleiben aufgrund sozialer Umstände oft länger als nötig hospitalisiert. Dies führt nicht nur dazu, dass die Re-Integration der Kinder in ihre Familien und Gemeinden immer schwieriger wird, sondern blockiert in den Akutkliniken auch für akute Notfälle dringend benötigte Betten.

VISION

Menschen mit HIV und AIDS dürfen nicht diskriminiert werden und haben das Recht auf Erziehung, medizinische Behandlung, soziale Fürsorge und Unterstützung
Menschen mit HIV und auch solche, die nicht infiziert sind haben das Recht auf umfassende Information zu ihrem Schutz und ihrer Behandlung
Menschen mit HIV haben das Recht zu leben wie jeder andere Mensch auf diesem Planeten
Kinder mit HIV haben keine echte Chance aber das Recht auf Liebe, das Recht darauf, dass wir alles tun, damit ihre kurze Zeit auf Erden so schoen wie möglich gestaltet werden kann.

ZIELE

Behandlung von HIV positiven Kindern in einer sorgenden, kinderfreundlichen und familienorientierten Umgebung
Ermöglichung einer möglichst schnellen und symptomfreien Rückkehr in ihre Familien und Gemeinschaften durch Erhaltung der Familie-Kind Beziehung in der Zeit des Krankenhausaufenthaltes
Zusammenarbeit und reibungslose Verknüpfung mit lokalen Institutionen am Wohnort des Kindes
weiterführender Kontakt zum Krankenhaus über den Aufenthalt hinaus
Steigerung von Qualität und Effektivität der Therapie durch gezielte Ausnutzung und Bündelung der vorhandenen Resourcen
Bereitstellung von qualifiziertem Training fuer Personen, die mit HIV+ Kindern arbeiten
Verpflichtung zur Forschung, um optimale Therapie-
schemata zu entwickeln
Zusammenarbeit mit den Gemeinden in Planung und Durchführung von Projekten zur Hilfe HIV+ Kinder sowie Förderung der Kommunikation zwischen Krankenhaus und Gemeinden im Einzugsgebiet des Krankenhauses
Ausnutzung moderner Technologien, um den Familien vor Ort nicht nur schnellstmöglich Hilfe zu leisten, sondern ihren Wissenstand auch kontinuierlich zu verbessern
Knüpfen eines umfassenden Netzes der medizinischen und sozialen Versorgung um HIV+ Kinder zur Unterstützung und Erziehung

WIE?

Ein 6-köpfiges Team aus Ärzten, Seelsorgern, HIV-Aktivisten, sowie einer Projekt-Koordinatorin stellen das Herz von H.O.P.E
das Tygerberg Kinderhospital (Fakultätskrankenhaus der Universität Stellenbosch) stellt eine Station für das Projekt HOPE zur Verfügung - die Station ITHEMBA (Xhosa für Hoffnung)
medizinisches Personal des Tygerberg Hospitals sorgt für die medizinische Betreuung der kleinen Patienten
die ITHEMBA Station nimmt HIV positive Kinder und deren Mütter auf und bietet Ihnen Möglichkeiten zur Rehabilitation und Erziehung.
durch HOPE Community Health Worker in den Gemeinden der Kinder wird die Brücke zwischen dem Akutkrankenhaus und der Familie geschlagen. Die Kinder werden in Ihrer Gemeinde weiterbetreut und die Familien unterstützt.
durch medikamentöse antiretrovirale Therapie der Kinder auf höchstem Niveau setzen wir Beispiele für die Möglichkeit eines normalen Lebens mit dem Virus und geben Hoffnung (H.O.P.E.) an Betroffene!
 
OUTREACH: Service und Erziehung

H.O.P.E.-CHW-Programm: Durch das H.O.P.E. Community Health Worker Programm gelingt es die Verbindung zwischen dem Mutterhospital und Tageskliniken in den Townships herzustellen , die kleinen Patienten zu Hause zu betreuen und auch als "Compliance Officer" dafür Sorge zu tragen, dass medikamentöse Behandlungen zuverlässig eingenommen werden. Information, Pflege und auch Verpflegung gelangen auf diesem Wege direkt zu den Kindern in Ihrer häuslichen Umgebung.

H.O.P.E. stellt zu diesem Zweck Menschen aus den betroffenen Gemeinden ein, schult diese und ermöglicht ihnen, innerhalb Ihrer Gemeinde, helfend und aufklärend tätig zu sein . Hierbei wird besonderer Wert darauf gelegt, in Gemeinden und Townships vorzustossen, in denen viele Betroffene leben bzw. nur spärlich Hilfe vorhanden ist. Die Townships Mfuleni und Elsies River waren die ersten erfolgreichen Pilot - Projekte; eine Aussenstation in Clanwilliam folgte im Anschluss daran. Ziel ist es die Auklärung und Betreuung durch kontinuierlichen Ausbau dieser Stationen, voran zu bringen. 

Wohin mit den Spenden

Arzneimittel für die Kinder, zum Einsatz der Trippe-Therapie, die effektivste Kombinationstherapie, durch Patenschaften
Optimale Betreuung & Versorgung der Kinder
Aufklärungs- und Destigmatisierungskampagnen
Einstellung von Gesundheitsarbeitern in möglichst vielen Townships
Erhaltung und Verbesserung der Krankenstation "ITHEMBA"
Lehr- und Forschungsräume
Sozialarbeiter und Koordinatoren
Unterstützung der Gemeinden
Lehrmaterial

Quelle / weitere Informationen: www.projekt-hope.de

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